Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
 

Grundstücksentwässerung

Grundstücksentwässerungsanlagen und Dichtheitsprüfung

Was sind Grundstücksentwässerungsanlagen?
Wer ist für sie zuständig?
Wie kann man den Zustand der Leitungen feststellen?
Antworten zu diesen und weiteren Fragen sowie allgemeine Informationen zu Grundstücksentwässerungsanlagen erhalten Sie auf dieser Seite.

Was sind Grundstücksentwässerungsanlagen und wozu dienen sie?

Die Grundstücksentwässerungsanlagen dienen dem Sammeln, Ableiten und dem Behandeln von Schmutz- und Regenwasser.

Grundstücksentwässerungsanlage
Zu ihnen zählen alle erdverlegten Rohre bzw. die Rohre unter der Bodenplatte, Schächte, Abscheider usw.
Im Entsorgungsgebiet des WWL endet die Grundstücksentwäs-
serungsanlage am Übergabeschacht auf dem Grundstück des Kunden.
Dieser befindet sich in der Regel ca. 1 m von der Grundstücksgrenze entfernt. Bei fehlendem Schacht endet sie an der Grundstücksgrenze.

Wie werden Schmutz-, Regen- und Drainagewasser abgeleitet?

Es gibt zwei Möglichkeiten für die Ableitung:
Das Trennsystem
Hierbei werden das Schmutz- und das Niederschlagswasser durch getrennte Kanäle gesammelt und abgeleitet. Drainagen sind grundsätzlich an die Niederschlagsentwässerung anzuschließen.
Das Mischsystem
Schmutz- und Niederschlagswasser werden in einem Kanal gesammelt und zur Kläranlage transportiert.
Auf den Grundstücken muss grundsätzlich bis zur Grundstücksgrenze getrennt abgeleitet werden.

Gibt es Vorschriften für den Bau und die Instandhaltung?

Im Wasserhaushaltsgesetz, im Niedersächsischen Wassergesetz sowie in den “Allgemeinen Entsorgungsbedingungen” des WWL ist festgelegt, dass Grundstücksentwässerungsanlagen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik herzustellen und zu betreiben sind.
In einschlägigen Regelwerken wie der DIN werden diese Regeln beschrieben.

Wer ist für Instandhaltung und Reparatur zuständig?

Für die privaten Grundstücksentwässerungsanlagen ist der Grundstückseigentümer verantwortlich, für die öffentliche Kanali-
sation der WWL in seinem Entsorgungsgebiet.

Warum ist eine funktionierende Grundstücksentwässerungsanlage wichtig?

Abwasserleitungen unterliegen ebenso wie Heizungsanlagen, Autos und Werkzeuge einem Verschleiß und können Schäden aufweisen. Dadurch kann es möglicherweise zu einer Verunreinigung des Bodens oder der Gewässer führen. Wenn die Rohre Verstopfungen aufweisen, sind Grundstücksüberschwemmungen oder Überschwemmungen von Kellerräumen nicht auszuschließen.
Auch starke Durchwurzelung von Leitungen führt zur Behinderung der Schmutzwasserableitung.
Durch das Eindringen von Grundwasser durch Risse, undichte Rohrmuffen usw. kommt es zu einer Mehrbelastung der Kläranla-
gen und damit zu einer Verringerung der Reinigungsleistung.
Der dadurch entstehende Mehraufwand für die Abwasserreinigung zieht steigende Kosten nach sich.
Um eine umweltgerechte und gut funktionierende Abwasserbeseitigung sicherzustellen, ist eine regelmäßige Kontrolle sowohl der öffentlichen Kanalisation als auch der privaten Grundstücksentwässerungsanlagen erforderlich.

Welche Möglichkeiten gibt es, den Zustand der Entwässerungsanlagen zu überprüfen?

Es gibt verschiedene Methoden für die Untersuchung von Entwäs-
serungsanlagen.
Optische Untersuchung
Diese Untersuchung erfolgt mithilfe einer Kanalkamera. Voraussetzung für die Befahrung ist die vorherige Spülung der Leitungen.
Die beauftragte Firma führt anhand eines vorhandenen Lageplanes der Grundleitungen die Befahrung durch und erstellt einen aktuellen Lageplan sowie einen TV-Untersuchungsbericht.
Die Anlage gilt bei häuslichem Abwasser im Sinne der DIN 1986, Teil 30 als dicht, wenn

  • keine sichtbaren Schäden festgestellt werden,
  • die gesamte Anlage lückenlos befahrbar ist,
  • kein Grundwasser eindringt

Wasserdruckprüfung
Mit einer aufblasbaren Absperrblase wird die zu prüfende Entwäs-
serungsanlage vom Kanalnetz abgetrennt und bis zur Oberkante
des tiefsten Entwässerungsgegenstandes aufgefüllt.
Wenn der Wasserverlust den zulässigen Prüfwert nicht übersteigt, gilt die Leitung als dicht. Dieser Wert liegt bei 0,2 l/m² Innenfläche bei einer Prüfdauer von 15 Minuten.
Wichtig! Für diese Prüfung ist ein Bestandsplan erforderlich, in dem Länge und Lage der Entwässerungsanlage ersichtlich sind. Er sollte Bestandteil der jeweiligen Grundstücksunterlagen sein.

Wann sollte eine Entwässerungsanlage auf Dichtheit überprüft werden?

Die DIN 1986 sagt in Teil 30, dass die erste Dichtheitsprüfung für alle bestehenden privaten erdverlegten Entwässerungsanlagen bis 30.12.2015 durchgeführt sein soll.
Tipp Wenn größere Baumaßnahmen auf dem Grundstück geplant sind, sollte die Entwässerungsanlage gleich mit auf Dichtheit geprüft werden.
Um Kosten zu sparen, ist es sinnvoll sich mit Nachbarn zusammenzuschließen, falls diese bereits eine Überprüfung ihrer Anlagen planen.

Wer darf die Überprüfung durchführen?

Eine Dichtheitsprüfung dürfen nur Firmen und Sachverständige mit
entsprechend ausgebildetem Personal durchführen. Sie müssen ihre Fachkenntnisse nachweisen und über die entsprechende gerätetechnische Ausrüstung verfügen.

Was ist zu tun, wenn ein Schaden festgestellt wurde?

Wenn eine Entwässerungsanlage Schäden aufweist, sollte sie saniert werden. Für die Sanierung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welches Sanierungsverfahren zum Einsatz kommt, hängt von den festgestellten Schäden ab. Der Rat eines unabhängigen Fachmannes sollte deshalb unbedingt eingeholt werden.

Haben Sie noch Fragen?

Unser Kanalmeister Horst Drögemüller berät Sie gern persönlich unter der Telefonnummer 05308 697-57.

Für ein persönliches Gespräch stehen wir in unserem Verwaltungsgebäude in der Berliner Straße 1 – 3 in 38165 Lehre gern zur Verfügung.
Sie erreichen uns
Montag-Donnerstag: 7:30 bis 16:00 Uhr
Freitag: 7:30 bis 12:00 Uhr
Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns.